Den dritten Sonntag im September, eigentlich der Bundesfesttag der Bruderschaft „Sieben Schmerzen Mariens“ haben die Glurnser schon länger in „Pala-Pira-Sunnta“ umgetauft und ihn zu ihrem heimlichen „Kirchta“ auserkoren und ein interessantes Rahmenprogramm wird angeboten.
Von Donnerstag bis Sonntag, 11.09.-19.09.10 werden ausserdem in den Gasthäusern und Geschäften von Glurns Palabiraspezialitäten und Palabiraprodukte angeboten.
Der Palabirnbaum ist jedenfalls eine urwüchsige Sorte, seine Frucht, die Birne, hat eine etwas raue ledrige Schale, das Fruchtfleisch ist von grober, körniger Struktur und wenig saftig, daher ist die Palabirne gut geeignet zum Dörren. Aber nicht nur.
In den 1960er-Jahren sagte ein angesehener Arzt, bekannt als Doktor Meier, der damals im Malser Spital praktizierte: „Wenn die Palabirnen reif sind, könnte ich in Urlaub gehen!“
Die Palabirnbäume werden bis zu 500 Jahre alt und 25 Meter hoch. Weil sie äußerst brüchige Äste haben, ist das Pflücken der Palabirne eine heikle Angelegenheit und fast ein alpinistischer Kletterakt mit Klaub- statt Rucksack. Wußten Sie dass im 19. Jahrhundert die leicht verderblichen Früchte in Holzkisten verpackt und an den Zarenhof nach Russland verschickt wurden.
Die schönsten Palabirnbäume stehen in Lichtenberg im Vintschgau, nicht weit entfernt von der Schweizer Grenze in Taufers im Münstertal. Vor dem restaurierten Gasthof aus dem 14. Jahrhundert „Zum weißen Rößl“ liegt eine Wiese mit Streuobst, in der − jetzt ein kleiner Golfplatz − die über hundertjährigen knorrigen Palabirnbäume stehen. Und einen auch alten Palabirnenbaum können Sie in unmittelbarer Nähe unseres Campings bewundern, nämlich im Garten unserer Nachbarin.
Vom Baum „geklaubt“, wie man bei uns sagt, werden die Birnen selten mehr, meistens lässt man die reifen Früchte einfach abfallen. Doch aufgepasst, wenn eine abgefallene Birne im Gras auf dem Boden liegt, schön gelb leuchtend, sind meistens schon die Wespen mit der Birne beschäftigt.
Wenn Sie, liebe Leser, im späten Sommer durch den Vintschgau fahren, werden Ihnen jetzt sicher die großen alten Birnbäume in den „Hausangern“ auffallen. Und Sie können ja einmal die Vintschger Volksweisheit beim Wort nehmen: „Wer Palabirnen isst, braucht keinen Doktor!“
Und wußten Sie dass im 19. Jahrhundert die leicht verderblichen Früchte in Holzkisten verpackt und an den Zarenhof nach Russland verschickt wurden.
























